Werkzeuge
Werkzeuge unterstützen die konkrete Anwendung des Frameworks.
Ein Werkzeug ist ein konkretes Hilfsmittel, das die strukturierte Anwendung des Frameworks auf eine organisatorische Fragestellung unterstützt.
Ein Werkzeug wird Bestandteil des Frameworks, wenn seine spezifische Struktur oder Funktion unmittelbar aus dessen Modellen, Qualitätsmerkmalen, Gestaltungsprinzipien oder Methoden hervorgeht.
Leitfrage
Welche Hilfsmittel unterstützen die strukturierte Anwendung des Frameworks auf konkrete organisatorische Fragestellungen?
Funktion
Werkzeuge können insbesondere dabei unterstützen,
- organisatorische Informationen strukturiert zu erfassen oder darzustellen,
- Modelle, Qualitätsmerkmale und Gestaltungsprinzipien auf konkrete organisatorische Gegenstände anzuwenden,
- die Durchführung und Dokumentation von Methoden zu strukturieren.
Werkzeuge strukturieren die Bearbeitung. Die organisatorische Interpretation und Bewertung ergibt sich nicht allein aus ihrer Anwendung.
Eine Prozessdarstellung ist für sich genommen noch keine Organisationsdiagnose. Eine Rollenmatrix begründet für sich genommen noch keine Organisationsgestaltung. Eine Kennzahl begründet für sich genommen noch keine Wirkungsbeurteilung.
Abgrenzung
Werkzeuge bilden die konkrete Anwendungsebene des Frameworks.
Dabei erfüllen die verschiedenen Bestandteile des Frameworks unterschiedliche Funktionen:
- Modelle machen organisatorische Zusammenhänge beschreibbar und erklärbar.
- Qualitätsmerkmale ermöglichen die Bewertung organisatorischer Zustände.
- Gestaltungsprinzipien orientieren organisatorische Gestaltung.
- Methoden beschreiben wiederverwendbare Vorgehensweisen.
- Werkzeuge unterstützen deren konkrete Anwendung auf organisatorische Fragestellungen.
Ein Modell ist deshalb nicht bereits ein Werkzeug. Ein Werkzeug kann jedoch die Anwendung eines Modells auf eine konkrete Organisation unterstützen.
Ebenso ist ein Werkzeug kein vorgeschriebener Arbeitsschritt einer Methode.
Auswahl und Anwendung
Welche Werkzeuge eingesetzt werden und mit welchem Detaillierungsgrad, richtet sich nach der jeweiligen Fragestellung und der verwendeten Methode.
Eine Methode setzt nicht zwingend ein bestimmtes Werkzeug voraus. Umgekehrt kann ein Werkzeug in unterschiedlichen Methoden eingesetzt werden.
Für die Anwendung des Frameworks können außerdem geeignete externe Hilfsmittel, Techniken, Darstellungsformen oder Software verwendet werden. Sie werden dadurch nicht zu Werkzeugen des Frameworks.
Nicht das verwendete Medium macht ein Hilfsmittel zu einem Framework-Werkzeug, sondern seine spezifische Struktur und Funktion innerhalb des Frameworks.
Kanonisierung
Nicht jedes in der praktischen Arbeit verwendete Hilfsmittel wird Bestandteil des Frameworks.
Ein Werkzeug wird nur dann kanonisiert, wenn
- sein Bedarf unmittelbar aus dem Framework hervorgeht,
- es eine eigenständige praktische Aufgabe unterstützt,
- diese Aufgabe in unterschiedlichen organisatorischen Fragestellungen wiederkehrend relevant ist und
- seine definierte Struktur einen erkennbaren Mehrwert gegenüber einer freien Bearbeitung bietet.
Die Werkzeuge des Frameworks werden deshalb aus den Anforderungen seiner Modelle, Qualitätsmerkmale, Gestaltungsprinzipien und Methoden abgeleitet und einzeln gegen diese Kriterien geprüft.