Informationsmodell

Modellkern

Das Informationsmodell beschreibt die Beziehungen zwischen betrieblichem Handeln und den dafür relevanten Informationen. Es macht sichtbar, welche Informationen für erforderliches Handeln relevant sind und wie sie für dieses Handeln verfügbar werden.

Modellgrafik

Information X ist für die Handlungen A und B relevant; Information Y ist für Handlung C relevant.

Das Diagramm behauptet weder einen Informationsfluss noch einen bestimmten Speicher- oder Kommunikationsweg. Für jede dargestellte Beziehung wird untersucht, wie die Information für das jeweilige Handeln verfügbar wird.

Zentrale diagnostische Aussage

Dass eine Information im Unternehmen vorhanden ist, bedeutet nicht automatisch, dass sie für das erforderliche betriebliche Handeln verfügbar ist.

Daraus folgt keine Dokumentationspflicht. Die Gestaltungsfrage lautet:

Wie muss diese Information für dieses Handeln verfügbar sein?

Gespräch, Dokumentation, CRM, Dashboard, Regel, Automatisierung oder API sind lediglich Beispiele für mögliche spätere Gestaltungsentscheidungen.

Anwendung

Welches erforderliche betriebliche Handeln wird betrachtet?

Welche Informationen sind für dieses Handeln relevant?

Wie werden diese Informationen für das Handeln verfügbar?

Für welches weitere betriebliche Handeln sind dieselben Informationen relevant?

Modellgrenzen

Keine Informationstheorie

Das Modell trifft keine grundlegende Aussage darüber, was Information ist, wie sie entsteht oder wie sie sich von Daten und Wissen unterscheidet.

Keine Informationsflussannahme

Information muss nicht linear zwischen Personen oder Handlungen weitergegeben werden. Sie kann beispielsweise gemeinsam oder unabhängig verfügbar sein.

Keine Beschränkung auf menschliche Kommunikation

Information kann auch technisch bereitgestellt, verarbeitet oder genutzt werden.

Keine automatische Qualitätsbewertung

Das Modell macht Informationsbeziehungen sichtbar. Ob eine Information etwa hinreichend aktuell, richtig, vollständig, verständlich oder zugänglich ist, muss gesondert bewertet werden.

Keine Dokumentationspflicht

Dokumentation ist eine mögliche Form der Informationsbereitstellung, aber nicht die einzige.

Keine Gleichsetzung mit Abhängigkeit oder Koordination

Das Abhängigkeitsmodell untersucht, wovon Handlungsfähigkeit abhängt. Das Koordinationsmodell untersucht Beziehungen zwischen aufeinander bezogenem Handeln. Das Informationsmodell betrachtet gezielt die für betriebliches Handeln relevanten Informationen und ihre Verfügbarkeit.

Abgrenzung zu den bisherigen Modellen

Das Handlungsfähigkeitsmodell betrachtet den Zusammenhang zwischen Organisation und Handeln. Das Koordinationsmodell betrachtet Beziehungen zwischen Handlungen. Das Reproduktionsmodell betrachtet, wie Handeln bestehende Organisation stabilisiert oder verändert. Das Kompensationsmodell betrachtet, wie Beeinträchtigungen der Handlungsfähigkeit ausgeglichen werden. Das Abhängigkeitsmodell betrachtet relevante Abhängigkeiten der Handlungsfähigkeit. Das Informationsmodell ergänzt diese Perspektiven, indem es gezielt die Beziehungen zwischen Informationen und betrieblichem Handeln sowie die Verfügbarkeit dieser Informationen betrachtet.