Koordinationsmodell

Das Koordinationsmodell beschreibt die organisatorisch relevanten Beziehungen zwischen aufeinander bezogenem betrieblichem Handeln. Es macht sichtbar, wie Handlungen voneinander abhängen oder zusammenwirken müssen und wie Organisation diese Beziehungen gestaltet.

Eine betriebliche Funktion erfordert aufeinander bezogenes Handeln; die Beziehungen zwischen A, B und C werden organisatorisch gestaltet.

Das Diagramm stellt keine konkrete Ablaufstruktur dar. Es symbolisiert lediglich unterschiedliche Beziehungen zwischen betrieblichem Handeln.

Anwendung

  1. Welches betriebliche Handeln muss zusammenwirken?
  2. Welche relevanten Beziehungen oder Abhängigkeiten bestehen zwischen diesen Handlungen?
  3. Wie werden diese Beziehungen organisatorisch gestaltet?
  4. Was geschieht an diesen Beziehungen tatsächlich?

Anschließend können beispielsweise Rollen, Informationen, Entscheidungen, Regeln, Prozesse, Standards oder Abhängigkeiten untersucht und anhand der Qualitätsmerkmale und Gestaltungsprinzipien bewertet werden.

Modellgrenzen

Keine Prozesspflicht

Das Modell setzt keinen Prozess voraus. Aufeinander bezogenes betriebliches Handeln kann auch regelbasiert, technisch, situativ oder informell koordiniert werden.

Keine Mehrpersonenpflicht

Das Modell setzt nicht voraus, dass mehrere Personen oder Rollen beteiligt sind. Auch Handlungen derselben Person können organisatorisch relevante Beziehungen aufweisen.

Keine lineare Ablaufannahme

Das Modell unterstellt keine lineare Reihenfolge. Beziehungen können sequenziell, parallel oder wechselseitig sein.

Keine automatische Problembewertung

Das Modell macht organisatorisch relevante Beziehungen sichtbar, bewertet sie aber nicht automatisch als problematisch und gibt keine Lösung vor.

Verhältnis zum Handlungsfähigkeitsmodell

Modell 1 betrachtet, wie Organisation betriebliches Handeln ermöglicht. Modell 2 betrachtet, wie Organisation aufeinander bezogenes betriebliches Handeln zusammenführt.