Wirksame Verantwortung
Kernaussage
Verantwortung wird mit einem organisatorischen Handlungsrahmen verbunden, der ihre wirksame Wahrnehmung ermöglicht.
Verantwortung bedeutet nicht vollständige Kontrolle über ein Ergebnis und setzt nicht voraus, dass alle relevanten Entscheidungen bei einer einzigen Rolle liegen. Eine verantwortliche Rolle muss jedoch angemessen auf ihren Verantwortungsbereich einwirken können.
Dazu können – abhängig von der konkreten Verantwortung – Entscheidungsbefugnisse, Informationen, Handlungsspielräume, Ressourcen, geregelte Zusammenarbeit oder Eskalationsmöglichkeiten erforderlich sein.
Wo notwendige Entscheidungen bei anderen Rollen liegen, muss die Organisation einen angemessenen Weg vorsehen, über den diese Entscheidungen zustande kommen können.
Verantwortung darf geteilt oder aufeinander aufbauend verteilt sein. Ihre Verteilung darf jedoch nicht dazu führen, dass die Zurechenbarkeit verloren geht oder Verantwortung lediglich nominell besteht.
Das Prinzip verlangt keine umfassende Formalisierung. Umfang und Ausgestaltung des organisatorischen Handlungsrahmens richten sich nach der Angemessenheit.
Diagnostische Leitfragen
- Wofür ist diese Rolle tatsächlich verantwortlich?
- Wie kann sie auf diesen Verantwortungsbereich einwirken?
- Welche dafür notwendigen Entscheidungen kann sie selbst treffen?
- Wie kommen notwendige Entscheidungen zustande, die außerhalb ihrer Befugnis liegen?
- Stehen die erforderlichen Informationen und sonstigen organisatorischen Voraussetzungen zur Verfügung?
- Ist Verantwortung eindeutig genug zurechenbar, um tatsächlich wahrgenommen zu werden?