Zusammenhänge vor Einzelmaßnahmen
Kernaussage
Organisatorische Elemente werden nicht isoliert gestaltet. Veränderungen berücksichtigen ihre relevanten Beziehungen und Wechselwirkungen.
Erläuterung
Organisation besteht aus miteinander verbundenen Elementen. Eine Veränderung an einem Element kann deshalb Voraussetzungen berühren oder Wirkungen an anderer Stelle auslösen. Gestaltung berücksichtigt den für den Eingriff relevanten Zusammenhang, statt eine Einzelmaßnahme losgelöst von ihrem organisatorischen Umfeld zu behandeln.
Systemisch zu gestalten bedeutet nicht, bei jeder Veränderung das gesamte Unternehmen zu analysieren. Relevant sind die Elemente, die Voraussetzung des Eingriffs sind oder durch ihn relevant beeinflusst werden.
Die erforderliche Betrachtungstiefe richtet sich nach der Bedeutung, dem Risiko und der Komplexität des Eingriffs. Damit steht auch dieses Prinzip unter dem Qualitätsmerkmal der Angemessenheit: Eine einfache Veränderung verlangt keine umfassende Systemanalyse; ein weitreichender oder risikoreicher Eingriff verlangt eine entsprechend tiefere Betrachtung seiner Beziehungen und Wechselwirkungen.
Typische Ableitungen
- Verantwortung ↔ Befugnis und Information: Wer Verantwortung trägt, benötigt dazu passende Entscheidungsbefugnisse und Informationen.
- Entscheidung ↔ Handlungsspielraum und Information: Entscheidungen setzen einen geklärten Handlungsspielraum und eine geeignete Informationsgrundlage voraus.
- Prozess ↔ Rollen und Übergaben: Prozessgestaltung berücksichtigt Zuständigkeiten, Schnittstellen und Übergaben.
- Standard ↔ Handlungsspielraum: Standards begrenzen oder strukturieren Handlungsspielräume und müssen zu ihnen passen.
- Technologie ↔ organisatorische Funktion: Technologie wird im Zusammenhang mit der organisatorischen Funktion gestaltet, die sie erfüllen oder unterstützen soll.