Koordination
Koordination bezeichnet den organisatorischen Umgang mit relevanten Beziehungen zwischen aufeinander bezogenem betrieblichem Handeln.
Erläuterung
Betriebliches Handeln ist aufeinander bezogen, wenn zwischen Handlungen Beziehungen bestehen, die für die Erfüllung einer betrieblichen Funktion relevant sind.
Solche Beziehungen können beispielsweise daraus entstehen, dass Handlungen:
- aufeinander aufbauen,
- Informationen voneinander benötigen,
- zeitlich aufeinander abgestimmt sein müssen,
- parallel zusammenwirken,
- Entscheidungen oder Freigaben voraussetzen,
- oder bewusst voneinander getrennt werden müssen.
Koordination beschreibt, wie organisatorisch mit diesen Beziehungen umgegangen wird. Sie kann bewusst gestaltet oder implizit entstanden, formal oder informell sowie menschlich oder technisch vermittelt sein.
Koordination setzt weder mehrere Personen noch einen definierten Prozess voraus. Auch das aufeinander bezogene Handeln einer einzelnen Person kann organisatorisch koordiniert sein.
Die Existenz von Koordination sagt noch nichts über ihre Qualität aus. Eine organisatorische Koordinationsform kann unzureichend wirken oder im tatsächlichen Handeln umgangen werden.
Abgrenzungen
Koordination ≠ Kommunikation
Kommunikation kann Koordination ermöglichen, ist aber nur ein möglicher Mechanismus.
Koordination ≠ Prozess
Prozesse können aufeinander bezogenes Handeln koordinieren; Koordination findet jedoch auch außerhalb definierter Prozesse statt.
Koordination ≠ Abhängigkeit
Abhängigkeiten können Koordinationsbedarf erzeugen. Koordination beschreibt den organisatorischen Umgang mit relevanten Beziehungen zwischen Handlungen.
Koordination ≠ Zusammenarbeit
Koordination setzt keine direkte Zusammenarbeit mehrerer Personen voraus.